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The Everest Journal

von Theresa DiMartini April 30, 2021 3 Minuten Lesezeit

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Florenz, Ponte alle Grazie. Wir schreiben das Jahr 1860. Giovanni Panerai gründet das Familienunternehmen, welches heute als Officine Panerai die Herzen der Paneristi und Uhrenliebhaber höher schlagen lässt. An einen solchen Erfolg war in der Firma jedoch noch lange nicht zu denken. Gute und schlechte Zeiten sollten die weit zurückreichende Historie der italienischen Uhrenmarke schreiben. Giovanni gründete zunächst eine Firma, die als Uhrmacherwerkstatt und Ausbildungsbetrieb fungierte.

Bildquelle Giovanni Panerai

1897, nach dem Tod von Giovanni Panerai, übernimmt bald sein Sohn Leon und sein Enkel Guido Panerai das Unternehmen. Nach einigen Umstrukturierungen wird auch das Portfolio nach und nach um feinmechanische Messinstrumente, wie beispielsweise Kompasse und Tiefenmesser, erweitert. Ein Abnehmer wurde daraufhin auch die italienische Marine. Darüber hinaus wurden nun auch Uhren und Ersatzteile von Partnerfirmen aus der Schweiz verkauft.

Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte ist die Erfindung der Leuchtmasse Radiomir Anfang des 19. Jahrhunderts, die auf die nur wenige Jahre zuvor stattgefundene Entdeckung von Radium durch Marie und Pierre Curie zurückzuführen ist. Radiomir wurde daraufhin auf den Einsatzinstrumenten und Uhren der italienischen Marine verwendet und sollte Namensgeber für die spätere Modellreihe werden. 

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Durch die Kollaboration mit Partnern aus der Schweiz, insbesondere mit Rolex, hatte Panerai Zugriff auf den Werkzeugkasten, den das Unternehmen für die Entwicklung von Taucheruhren brauchte. Mitte der 30er Jahre konnte daher eine Taucheruhr entwickelt und schließlich die Referenz 2533 der italienischen Marine präsentiert werden. 20 Jahre lang war die Abnahme von Einsatzuhren der Marine verschiedener Staaten das Rückgrat der italienischen Firma.

Nach einiger Entwicklung und zurückgehend auf Vorgaben der italienischen Marinestreitkräfte entsteht die Referenz 6152. Mit ihr fand neben der Änderung der angelöteten Bügel und einer flacheren zylindrischen Krone auch das heute bekannteste Designelement von Panerai Einzug: Der Kronenschutzbügel. Außerdem wurde die sehr schädliche Leuchtmasse Radiomir durch Luminor ausgetauscht. Diese basierte fortan nicht mehr auf Radium, sondern auf Tritium und taufte gleichzeitig die zweite wichtige Modellreihe von Panerai: Die Luminor.

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Eine weitere Zusammenarbeit leistete ihren Beitrag zur Prägung der heutigen Modellreihen. Durch den Auftrag der ägyptischen Marine, für die Panerai bereits 1953 taktische Uhren entwickelt hatte, wurde ein Modell namens “großer Ägyter” bzw. “egiziano grosso” hergestellt. Nicht unerheblich für den Spitznamen war hierbei das 60 mm große Gehäuse. Sie wies erstmals aufgrund der rotierenden Lünette und dem Kronenschutzbügel markante Elemente der heutigen Panerai Submersible auf. 

Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Rolex Ende der 50er Jahre, der Übergabe der Firma an einen der führenden Ingenieure, dem Auslaufen der Verträge mit der Marine und dem Tode von Guiseppe Panerai 1972 standen Panerai einige düstere Jahre bevor, die die Marke fast in Vergessenheit geraten ließen.

Dies änderte sich als niemand geringeres als Sylvester Stallone bei den Dreharbeiten für den FilmDaylightbei einem Besuch in Florenz an der Panerai Boutique vorbeilief und sich in das markante Design verguckte. Auf eigenen Wunsch trug er bereits im Film die Panerai Referenz 5218/201-A. Er bestellte außerdem weitere Modelle, die nach eigenen Wünschen personalisiert wurden und schenkte diesen Freunden, wie z.B. Arnold Schwarzenegger. In den folgenden Jahren waren daraufhin immer mehr Panerai Uhren an den Handgelenken von Schauspielern und Prominenten zu sehen. Dies kam dem Unternehmen natürlich zugute und die Verkäufe stiegen rasant an.

Dieser Anstieg blieb auch den Luxusgüterkonzernen nicht verborgen, sodass die Vendome Group auf die Marke aufmerksam wurde und die Unternehmensanteile im Jahre 1997 kaufte. Die Vendome Group wurde daraufhin 1998 von der Richemont-Gruppe aufgekauft, zu der Panerai noch heute neben verschiedenen anderen Luxusmarken gehört. Durch die Eingliederung in die Konzernstruktur und die damit verbundenen neuen Mittel konnte Panerai nicht nur eigene Manufakturwerke entwickeln und seine Marktpräsenz erweitern, sondern auch seine Modellpalette vergrößern.

Bildquelle PAM00351: watch_out_germany (Instagram)

Selbstverständlich konnte in diesem Beitrag nicht auf die gesamte Historie detailliert eingegangen werden und es gibt viele weitere spannende Aspekte in der Geschichte zu entdecken. Wir hoffen trotzdem, dass euch dieser kleine Einblick gefallen hat. 

Solltet ihr eine Panerai besitzen, empfehlen wir unsere perfekt passenden und hochwertigen Armbänder oder passende Uhrenrollen.

 

Von @watch_out_germany (Instagram)

 

 

Theresa DiMartini
Theresa DiMartini


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