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The Everest Journal

von Theresa DiMartini April 27, 2021 3 Minuten Lesezeit

Bildquelle Schloss Neuschwanstein 

Deutschland - ein Land das für Lederhosen, Bier, Schlösser und Burgen, Weihnachtsmärkte und Kuckucksuhren bekannt ist, kann auch mit einer beachtlichen Uhrenvielfalt aufwarten. 

Wir beginnen unsere Reise im Westen der Bundesrepublik und finden uns bei Meistersinger in Münster wieder. Seit 2001 entstehen hier ganz besondere Uhren, die sich auf die Anfänge der mechanischen Uhren besinnen und eine Eigenständigkeit abseits der bekannten Größen besitzen. Es handelt sich hierbei um Einzeigeruhren, die der zunehmenden Beschleunigung unseres modernen Lebens entgegenwirken sollen und uns an die Qualität der Zeit erinnern dürfen. Dieser äußerst schöne Gedanke wird auf Basis von viel Erfahrung, der Weiterentwicklung und Anpassung von ETA und Unitas Werken sowie der Herstellung hauseigener Werke umgesetzt.

Bildquelle Circularis Automatic  

Ein wenig weiter im Süden und im Herzen Deutschlands hat die deutsche Uhrenmarke Sinn ihren Hauptsitz. Gegründet als “Helmut Sinn Spezialuhren” hat eben jener Herr das Unternehmen im Jahr 1961 ins Leben gerufen. Helmut Sinn war neben seiner Tätigkeit als Unternehmer auch Pilot, Fluglehrer und Sachverständiger für Luftfahrt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Sinn, neben Rennsport und Taucheruhren, vor allem Fliegerchronographen im mittleren Preissegment fertigt und bis heute enge Kooperationen mit den einschlägigen Airlines pflegt. Die Marke Sinn zeichnet sich vor allem durch die Fertigung von Uhren für professionelle Einsatzkräfte, der Entwicklung der Tegiment- und Hydro-Technologie und der Schaffung einer neuen Norm (DIN 8330) für Fliegeruhren aus.

Eine wichtige Rolle spielte Sinn außerdem für den Uhrenhersteller Breitling, der während der Quarzkrise seine Produktion einstellen musste und dringend Kapital benötigte. Helmut Sinn erwarb daraufhin Restbestände der Navitimer und verkaufte sie unter seinem Namen. Noch heute befindet sich die Sinn 903 im Produktportfolio und knüpft an das unverwechselbare Design der Fliegeruhr an.

Bildquelle Sinn 903St B E

Im Süden Deutschlands erwartet uns im Örtchen Engelsbrand die Firma Stowa, deren interessante Historie uns bis ins Jahr 1927 zurückführt. Zunächst als Remontagevertrieb wurden Taschen- und Armbanduhren remontiert und verkauft. Außerdem war die Uhrenfabrik Stowa auch die Generalvertretung für die Schweizer Uhrenmarke Unitas. Heutzutage bietet Stowa verschiedenste Fliegeruhren, Taucheruhren, Chronographen oder Uhren im Bauhausdesign an, die sich im klassischen oder modernen Gewand präsentieren. Damit die Uhren zuverlässig und genau laufen, bedient sich Stowa unter anderem an ETA-, Unitas- und Sellitawerken, die in unterschiedlichen Qualitäten in den Modellen verbaut werden.

 

Bildquelle Stowa Flieger 

Im Osten der Republik stoßen wir in Glashütte auf eine beachtliche Markenvielfalt. Auf drei der vielen traditionsreichen Uhrenmanufakturen soll hier heute eingegangen werden: Nomos Glashütte, Glashütte Original und A. Lange und Söhne, die trotz ihrer geographischen Nähe unterschiedliche Philosophien bei Ihren Zeitmessern verfolgen. 

Die 1990 gegründete Marke Nomos versteht sich als junge und moderne Uhrenmarke, die einen hohen Anspruch an die hauseigenen Manufakturkaliber und die Qualität ihrer Uhren in einem mittleren Preissegment stellen. Die aktuell 13 Modellreihen zeichnen sich vor allem durch das zeitlose Bauhausdesign aus. Besonders erwähnenswert ist auch, dass 95% der Wertschöpfung an den Kalibern in Glashütte stattfindet. Die damit verbundene Wertarbeit und der Preis münden in einem vielfach gelobten Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

Bildquelle Nomos Glashütte Neomatik

Neben anspruchsvoller und innovativer Uhrmacherkunst sowie eigener Zifferblattmanufaktur trumpft Glashütte Original mit einer der spannendsten Geschichten der Branche auf. Während die Wurzeln weit zurückreichen, ist die Marke wie wir sie heute kennen erst 1994 entstanden. Rasantes Wachstum, Zerstörung und Verstaatlichung malen das Bild der heute in der Swatch Group befindlichen Marke seit Gründung durch Ferdinand A. Lange im Jahre 1845. Mittlerweile hat die Marke 5 Modellreihen im Portfolio, die sicher wiederum durch verschiedene Funktionen und Komplikationen innerhalb der Modellfamilie auszeichnen. Natürlich bestimmen diese auch die Preisfindung: Von gehobenen Preisen im 4-stelligen Bereich ist es auch problemlos möglich 6-stellige Beträge an der Kasse zu zahlen.

Ebenfalls im gleichen Jahr durch Ferdinand A. Lange gegründet, wurde die wohl prestigeträchtigste deutsche Uhrenmanufaktur A. Lange und Söhne. Auch sie hatte im Laufe des letzten Jahrhunderts mit erheblichen Veränderungen zu kämpfen, die zum Teil mit der Geschichte von Glashütte Original zusammenhängen. Heutzutage gehört das Unternehmen allerdings nicht zur Swatch Group, sondern ist in den Richemont Konzern eingebettet. Die edlen Zeitmesser zeichnen sich durch eine Verarbeitung auf allerhöchstem Niveau und einer Qualität bis ins kleinste Detail aus. Angeboten werden diese über 6 Uhrenfamilien: Lange 1, Saxonia, Richard Lange, 1815, Odysseus und Zeitwerk. Letztere kombiniert die modernen Akzente einer digitalen Anzeige mit dem Design einer klassischen mechanischen Dresswatch. Ein Modell, welches vor allen anderen die hohe Uhrmacherkunst der Marke repräsentiert, soll nicht unerwähnt bleiben - die Grand Complication, die mit 876 Einzelteilen und 7 verschiedenen Funktionen und 14 Anzeigen komplizierteste Uhr von A. Lange und Söhne.

 

Bildquelle A. Lange und Söhne Grand Complication

Wer mehr wissen möchte, sollte dran bleiben: Auf dem Everestbands Blog werden regelmäßig interessante Überblicke über verschiedene Themen aus der Welt der Uhren gegeben.

Schaut doch auch gerne auf unserer Homepage vorbei. Wir bieten hoch qualitatives Zubehör für Uhren aller Art an.

 

Von @watch_out_germany (Instagram)

 

 

Theresa DiMartini
Theresa DiMartini


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